Energiewende vor Ort

Nassauische Heimstätte/Wohnstadt modernisiert, Stadtwerke liefern Wärme

Langen. – Gebäudemodernisierung in Kombination mit einer effizienten Wärmeversorgung: Da kommt unterm Strich eine ganze Menge zusammen, was der Umwelt guttut und die Kosten senkt. Wie das geht, machen die Nassauische Heimstätte/Wohnstadt und die Stadtwerke Langen GmbH jetzt vor. Der Energiedienstleister beliefert künftig von seiner neuen Heizzentrale bei der Feuerwehr 352 Wohnungen der Nassauischen mit Wärme. Die Gebäude stehen an der Südlichen Ringstraße, der Wilhelmstraße und Am Belzborn und damit gleich um die Ecke von dem im Bau befindlichen Blockheizkraftwerk. Einige wurden bereits vom Keller bis zum Dach saniert, andere kommen noch an die Reihe. Am Donnerstag (20. August) haben Dr. Constantin Westphal, Geschäftsführer der Nassauischen Heimstätte/Wohnstadt, und Stadtwerke-Direktor Manfred Pusdrowski ihre Unterschriften unter den wegweisenden Vertrag gesetzt, der eine Laufzeit von 15 Jahren hat.

Die Vereinbarung ist Bestandteil eines umfangreichen Modernisierungskonzeptes für das Quartier, das die Nassauische seit 2014 umsetzt und in Abschnitten bis 2023 abschließt. Dächer und Fassaden werden gedämmt, die Fenster ausgetauscht und die alten Heizkessel ausgebaut. Wenn die neue Heizzentrale Anfang kommenden Jahres ihren Betrieb aufnimmt, werden die Liegenschaften Zug um Zug ans Wärmenetz der Stadtwerke angeschlossen.

Ziel ist es, den Energiebedarf in dem Viertel in den kommenden Jahren durch Modernisierung und effizientere Anlagen zu halbieren. Aktuell liegt der Verbrauch bei rund vier Millionen Kilowattstunden im Jahr, bis 2023 soll er auf zwei Millionen sinken. Die Stadtwerke garantieren die Versorgungssicherheit über einen Zeitraum von 23 Jahren.

Bürgermeister Frieder Gebhardt begrüßt die langfristige Zusammenarbeit zwischen den Stadtwerken und der Wohnungsgesellschaft. Die Kooperation sei „ein genau passender Baustein für die Klimaziele der Stadt, wie sie auch in unserem 2011 beschlossenen Klimaschutzkonzept verankert sind“. In dem Papier liege der Schwerpunkt darauf, den Verbrauch von Energie in großen Wohnanlagen deutlich zu verringern.

Dr. Constantin Westphal, Geschäftsführer des Wohnungsunternehmens, argumentiert in die gleiche Richtung: „Unsere Unternehmensgruppe hat sich dazu verpflichtet, den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Das heißt im Klartext: Wir werden den Energiebedarf unserer Gebäude erheblich senken.“ Für das Projekt in Langen rechnet Westphal sogar mit einer Einsparung von bis zu 70 Prozent. „Bei der Modernisierung verfolgen wir aber stets einen ganzheitlichen Ansatz, der ebenso die soziale Komponente berücksichtigt. Wir halten die Preise moderat. Und durch eine energetische Sanierung des Quartiers sollen auch sein Wohnwert und sein Ansehen nachhaltig verbessert werden.“

Nach den Worten von Stadtwerke-Chef Pusdrowski steht sein Unternehmen für Energieeffizienz, zum Beispiel durch den Bau von Blockheizkraftwerken und die Fernwärmeversorgung. In Städten wie Langen, in denen keine Windräder aufgestellt werden könnten und auch die Bedingungen für die Photovoltaik nicht optimal seien, müsse die Energieeinsparung ganz oben auf die Tagesordnung. Die Sanierung der Wohngebäude der Nassauischen und der Anschluss der Häuser an die Wärmezentrale Feuerwehr und das Fernwärmenetz seien ein Musterbeispiel für eine erfolgreiche und vernünftige Energiewende vor Ort. Pusdrowski will das Wärmegeschäft weiter ausbauen und setzt dabei auf die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den großen Bauträgern. Er machte darauf aufmerksam, dass in Deutschland rund die Hälfte des Energiebedarfs auf die Wärmeversorgung entfalle. Auf den Wohnungsbereich müsse deswegen bei der Energiewende ein noch viel größeres Augenmerk gerichtet werden.

Die Heizzentrale der Stadtwerke an der Darmstädter Straße - Baubeginn war im Juni - wird später über zum Teil noch zu verlegende Rohre 30 Prozent der erzeugten Wärme an die Liegenschaften der Nassauischen abgeben. Außerdem wird die Anlage das Neubaugebiet Belzborn, die geplanten Erweiterungsbauten der Feuerwehr und den künftigen Betriebshof der Kommunalen Betriebe versorgen. Herzstück ist ein Blockheizkraftwerk mit einem Erdgasmotor, der sowohl Wärme als auch über einen Generator Strom erzeugt. Dieser wird ins Netz der Stadtwerke eingespeist. Die dadurch erzielten Einnahmen verringern den Wärmepreis. Durch die ortsnahe Verwendung der Abwärme wird die eingesetzte Energie optimal genutzt. Die Stadtwerke haben schon frühzeitig auf die Kraft-Wärme-Kopplung gesetzt und mehrere Blockheizkraftwerke in Betrieb.

Die Häuser im Quartier Südliche Ringstraße/Am Belzborn sind in den 1960er Jahren errichtet worden. Die gesamte beheizte Wohnfläche beträgt fast 23.000 Quadratmeter. Bereits umgesetzt hat die Nassauische Heimstätte die Vollmodernisierung Am Belzborn 7 - 9 (2014) und Am Belzborn 3 - 5 (2015). Dort hat das Unternehmen in insgesamt 48 Wohneinheiten rund drei Millionen Euro investiert.

Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt

Die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt mit Sitz in Frankfurt am Main und Kassel bietet seit über 90 Jahren umfassende Dienstleistungen in den Bereichen Wohnen, Bauen und Entwickeln. Sie beschäftigt rund 670 Mitarbeiter. Mit rund 60.000 Mietwohnungen in 140 Städten und Gemeinden gehört sie zu den führenden deutschen Wohnungsunternehmen. Der Wohnungsbestand wird aktuell von rund 260 Mitarbeitern in vier Regional-, untergliedert in 13 Service-Centern, betreut. Das Regionalcenter Offenbach bewirtschaftet rund 9.500 Wohnungen, davon 1.231 in Langen. Unter der Marke „NH ProjektStadt“ werden Kompetenzfelder gebündelt, um nachhaltige Stadt- und Projektentwicklungsaufgaben durchzuführen. 

Stadtwerke Langen GmbH, Weserstraße 14, 63225 Langen, Tel: 06103 - 595 0, Fax: 06103 - 595 220, E-Mail: info@stadtwerke-langen.de