Grundstein für moderne Energieversorgung gelegt

Früherer Stadtwerke-Direktor Werner Wienke gestorben

Er stand von 1960 bis 1987 und damit 27 Jahre an der Spitze der Stadtwerke und hat die Entwicklung von Langen und auch von Egelsbach mit geprägt: Am Dienstag dieser Woche ist Werner Wienke gestorben. Er wurde 93 Jahre alt. Bürgermeister Frieder Gebhardt und der heutige Stadtwerke-Direktor Manfred Pusdrowski würdigten Wienkes großartige Leistung. Er habe den Grundstein für eine moderne Energieversorgung gelegt und Pionierarbeit geleistet. Es sei ihm gelungen, die Stadtwerke schon sehr frühzeitig zu einem Unternehmen zu formen, das nicht nur zuverlässig, kundenfreundlich und wirtschaftlich agiere, sondern sich auch dem Umweltschutz verpflichtet fühle.

Wienke, in Eggersdorf bei Berlin geboren, kam 1960 als Maschinenbauingenieur zu den Langener Stadtwerken. Fundiertes Fachwissen, Lebensklugheit und eine Portion Mutterwitz seien Elemente gewesen, die Wienke eingebracht habe und ihn zur Führung des im öffentlichen Blickfeld stehenden Versorgungsunternehmens befähigt hätten, sagte der damalige Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerke, Hans Kreiling, bei der Verabschiedung des langjährigen Direktors in den Ruhestand.

Unter seiner Führung, die er seit 1978 als alleiniger Geschäftsführer innehatte, haben sich die Stadtwerke von einer Gasanstalt zu einem fortschrittlichen Energieversorgungsunternehmen entwickelt. Wienke sah seine Hauptaufgabe darin, die Versorgung der Menschen mit Energie und Wasser auf sichere Füße zu stellen.

Gleich in seiner Anfangszeit meisterte er die Umgründung der Stadtwerke von einem Eigenbetrieb der Stadt in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Dieser Schritt zu Beginn des Jahres 1963 brachte bilanz- und steuertechnische Vorteile und verschaffte den Stadtwerken größere Bewegungsfreiheit.

1962 entstand das Wasserwerk West, mit dem die Wasserversorgung auf Jahrzehnte hinaus gesichert wurde. Unter Wienke erfolgte 1967 zudem der Neubau der Verwaltung an der Liebigstraße, der seit den neunziger Jahren allerdings auch schon wieder Geschichte ist. 1970 wurde die Gasversorgung auf Erdgas umgestellt, zwei Jahre vorher war ein neuer Wasserbehälter im Mühltal in Betrieb genommen worden. Wie fortschrittlich Wienke dachte und handelte, zeigen zwei Blockheizkraftwerke, die er am Hallenbad und im Neurott aufstellen ließ. Langen übernahm damit zu Beginn der achtziger Jahre beim Energiesparen und bei der Luftreinhaltung eine Vorreiterrolle. Außerdem baute Wienke das Stadtbusnetz aus und gab grünes Licht für ein Forschungsprojekt zur Grundwasseranreicherung. Einen Meilenstein setzte er mit der Ausdehnung der Wasser- und Gasversorgung auf die Nachbargemeinde Egelsbach. Mit seinem Namen verbunden ist nicht zuletzt die Merzenmühle im Mühltal, die sich im Eigentum der Stadtwerke befindet und auf Betreiben Wienkes zu einem öffentlichen Restaurant ausgebaut wurde.

Auch an Zahlen ist abzulesen, welchen Aufschwung die Stadtwerke unter Werner Wienke nahmen. Als er seine Tätigkeit begann, hatte das Unternehmen eine Bilanzsumme von etwas über sieben Millionen Mark. Bereits 1966 hatte sie sich verdoppelt. Als Wienke in den Ruhestand ging, lag die Bilanzsumme bei deutlich über 50 Millionen.

Neben seinen beruflichen Pflichten bekleidete Wienke zahlreiche Ehrenämter. Unter anderem engagierte er sich politisch im Kreistag und war Vorsitzender des Verkehrs- und Verschönerungsvereins.

„Vieles, was heute eine Selbstverständlichkeit ist, war in den sechziger Jahren nur eine Wunschvorstellung. Das Wachstum der Stadtwerke hat nicht einem Selbstzweck gedient, sondern war ein Kapitel fortschrittlicher und zukunftsweisender Energiepolitik“, zog Wienke zu seiner Pensionierung ein Fazit. Sein Nachfolger wurde der damalige Stadtwerke-Prokurist Heinrich Bettelhäuser.

Werner Wienke ist im Alter von 93 Jahren gestorben.

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