Stadtwerke sind Motor der Energiewende Stadtwerke sind Motor der Energiewende

Langener Versorgungsunternehmen mit tadelloser Bilanz

Die Langener Stadtwerke haben auch im vorigen Jahr erfolgreich gewirtschaftet. „Die Bilanz 2014 ist abermals ein gutes Abschlusszeugnis für ein solides und gesundes Unternehmen, das seine Hausaufgaben fleißig und engagiert erledigt hat“, sagt Bürgermeister Frieder Gebhardt als Aufsichtsratsvorsitzender der GmbH. Die Anteilseigner, allen voran die Stadt Langen, könnten sich wieder über eine Gewinnausschüttung in Millionenhöhe freuen. Langen hält 75,2 Prozent der Anteile und die Gemeinde Egelsbach 4,8 Prozent. Die HEAG Südhessische Energie AG und die Energieversorgung Offenbach AG sind mit jeweils zehn Prozent dabei.

Unterm Strich haben die Stadtwerke vier Millionen Euro gutgemacht und damit ihre Planvorgaben deutlich übertroffen. Sie haben Geld gespart beim Einkauf von Strom und Gas, generell ihre Kosten im Zaum gehalten und ihr Ergebnis durch die Auflösung von Rückstellungen verbessert. Der Energielieferant versorgt Haushalte und Wirtschaft in Langen und Egelsbach mit Strom, Erdgas, Trinkwasser und Wärme – und das auf einem qualitativ und technisch hochwertigen Niveau. Für beide Kommunen gewährleistet er zudem einen Stadtbusbetrieb und kümmert sich um die Schülerbeförderung. Am Versorgungsgebiet wird sich auch in Zukunft nichts ändern, denn die Zusammenarbeit mit den beiden Kommunen ist vertraglich bis Ende 2021 fixiert. Als „einen Meilenstein im Geschäftsjahr 2014“ bezeichnet Stadtwerke-Direktor Manfred Pusdrowski in diesem Zusammenhang den Abschluss der neuen Konzessionsverträge für Strom und Erdgas mit der Gemeinde Egelsbach.

2014 war ein Jahr mit milder Witterung. Vor allem deswegen sind die Umsätze der Stadtwerke um 10,5 Prozent von 60,6 auf 54,3 Millionen Euro gesunken. „Des einen Freud ist des anderen Leid“, kommentiert Pusdrowski die Launen des Wettergottes, die zu einem deutlichen Rückgang beim Erdgasverkauf geführt haben. Dies habe bei den Stadtwerken zwar ein tiefes Loch in die Kasse gerissen, die Kunden und ihre Geldbörsen hätten jedoch ganz schön profitiert.

Wie sich das Wetter und damit der Strom- und Erdgasverbrauch entwickelt, lässt sich natürlich schwer vorhersagen. Bei den Preisen sieht Pusdrowski aber eher Lichtblicke als dunkle Wolken am Horizont. Erhöhungen seien aktuell und in den nächsten Monaten nicht in Sicht. Beim Gas könne es sogar zu Preissenkungen kommen. Dank günstiger Tarife und attraktiver Serviceangebote gelingt es den Stadtwerken, sich mit Erfolg zu behaupten. Ihren Marktanteil bei Strom und Erdgas in Langen und Egelsbach haben sie mit rund 85 Prozent beibehalten.

Stark im Aufwind ist das Wärmegeschäft, das in der Vergangenheit konsequent aufgebaut wurde. Fernwärme aus Energiezentralen der Stadtwerke ist unter ökologischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten ein überzeugendes Produkt, für das sich immer mehr Kunden entscheiden. Besonders freut sich Pusdrowski darüber, „dass wir 2014 erstmals auch ein größeres Projekt in Egelsbach (im Neubaugebiet Brühl) verwirklichen konnten“. Die kontinuierliche Erweiterung des Fernwärmenetzes und der Bau von Blockheizkraftwerken würden zu einer sicheren Energieversorgung in Langen und Egelsbach beitragen.

Die Stadtwerke haben nach Pusdrowskis Worten ein sehr solides Fundament. „Wir sind nicht allein auf den hart umkämpften Strom- und Gasmarkt angewiesen, sondern können uns zudem auf unser Wasser- und Wärmegeschäft stützen. Auch unsere Rolle als Stadtbusbetreiber nehmen wir sehr ernst.“ Mit 1,4 Millionen Fahrgästen gab es 2014 keine nennenswerte Veränderung.

Zur Selbstverständlichkeit ist inzwischen die enge Verzahnung der Stadtwerke mit den Kommunalen Betrieben geworden. Dadurch ist das Unternehmen zusätzlich für die Müllabfuhr und die Entwässerung zuständig und deckt quasi die gesamte Palette der kommunalen Daseinsvorsorge ab. Dieses Geschäftsmodell ist nach Pusdrowskis Meinung für Klein- und Mittelstädte geradezu vorbildlich.

Gleichwohl haben es Stadtwerke in Deutschland im Moment nicht leicht. Ständig ändern sich die Rahmenbedingungen. Zugleich werden wichtige Grundsatzentscheidungen zum künftigen Strom- und Wärmemarkt immer wieder verschoben. „Andererseits wird gefordert, dass wir die Energiewende mit langfristigen Konzepten vorantreiben“, erklärt Pusdrowski. Vernünftige Energiepolitik sehe anders aus. Die Langener Stadtwerke leisteten schon heute mehr als andere für den Ausbau einer klimaschonenden Energieversorgung. Sie seien ein Motor für das Gelingen der Energiewende vor Ort.

„In den vergangenen Jahren haben wir Millionenbeträge in Solar- und Windenergie, moderne Blockheizkraftwerke und Fernwärmenetze investiert“, bilanziert Pusdrowski. 2014 habe sich die Ökobilanz der Stadtwerke durch den Kauf von Anteilen an der Windkraftgesellschaft Windpool weiter verbessert. Zusätzliche Projekte würden vorbereitet. Dafür gebe es eindeutige Kriterien: „Alle Projekte müssen technisch und ökologisch sinnvoll, aber auch wirtschaftlich tragfähig sein. Die Langener Stadtwerke investieren maßvoll mit Vernunft und einer klaren Linie.“

Die Stromerzeugung aus regenerativen Quellen ist in Langen und Egelsbach im vorigen Jahr durch den Zubau von privaten Photovoltaikanlagen weiter gestiegen. Inzwischen gibt es davon 251 Installationen, die 2,3 Millionen Kilowattstunden Strom (2013: zwei Millionen Kilowattstunden aus 231 Anlagen) ins Netz einspeisen. Mit dieser Menge können rund 750 Haushalte versorgt werden.

Die Stadtwerke sind auch ein attraktiver Arbeitgeber mit interessanten Jobs für Menschen in Langen, Egelsbach und Umgebung. Ende 2014 stieg die Zahl der Beschäftigten wegen zusätzlicher Aufgaben im Wärmebereich erstmals auf mehr als hundert und die Tendenz geht weiter nach oben.

Die Stadtwerke Langen Immobilien GmbH, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft, hat ebenfalls ein gutes Geschäftsjahr hinter sich, denn die Vermietung der fünf betreuten Gebäude lief hervorragend. Die Gesellschaft erzielte dadurch abermals einen Gewinn in Höhe von rund 145.000 Euro.

Pusdrowski geht davon aus, dass die Stadtwerke auch die kommenden Jahre wirtschaftlich gut über die Runden kommen. Ertragskraft, technische Leistungsfähigkeit und die Arbeitsplätze seien trotz der Unwägbarkeiten bei der Energiewende nicht gefährdet. „Wir sind zuversichtlich, die Zukunft und die durchgreifenden Änderungen des Marktes mit einer leistungsfähigen und motivierten Belegschaft und einer auf Effizienz und Sparsamkeit ausgerichteten Unternehmensorganisation meistern zu können.“

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