Vertrauter Partner hinterm Stadtbus-Steuer

Firma Becker gewinnt europaweite ÖPNV-Ausschreibung

Es ist ein vertrauter Partner, zuverlässig und immer mobil: Das Langener Unternehmen Georg Becker GmbH & Co. KG wird künftig wieder für den Stadtbusbetrieb in Langen und Egelsbach zuständig sein. Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen mussten die Stadtwerke den Busbetrieb europaweit ausschreiben. „Bus-Becker ist aus dem Wettbewerb als Sieger hervorgegangen“, teilte Direktor Manfred Pusdrowski mit. Dabei konnte er seine Freude, dass nun wieder ein örtliches Traditionsunternehmen zum Zuge kommt, nicht verbergen.

Die Firma mit ihrem Sitz an der Flachsbachstraße ist in der Tat ein Pionier. Bereits seit 1945 bewegen und verbinden Becker-Busse Menschen und Regionen, wie es auf der Homepage des Unternehmens heißt, das jetzt sein 70-jähriges Bestehen feiern kann. Auch in den fünfziger Jahren war Bus-Becker zur Stelle, als es darum ging, dem öffentlichen Personennahverkehr in Langen eine Struktur zu geben. 1956 machte sich das Unternehmen – damals im Auftrag der Stadt – ans Werk und pendelte mit seinen Bussen zunächst zwischen Bahnhof und dem damaligen Rathaus in der Altstadt. Außerdem gab es eine Linie nach Ober-Roden. Der Einzelfahrschein innerhalb Langens kostete 25 Pfennige.

1958 wurde die Omnibussparte den Stadtwerken angegliedert, während die Abwicklung in den bewährten Händen von Becker blieb. So ging es auch jahrzehntelang bei ständig steigenden Fahrgastzahlen weiter, bis die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen europaweiten Ausschreibungen vor acht Jahren zu einem Wechsel zum Unternehmen ViaBus mit Sitz in Speyer führten.

„Es bringt natürlich Vorteile mit sich, wenn der Busbetreiber seinen Firmensitz vor Ort hat“, erklärte Pusdrowski. Das verkürze die Bearbeitungswege und mache die Kommunikation zum Beispiel bei Störungen viel einfacher. Den Auftrag konnten die Stadtwerke erstmal nur für drei Jahre bis Ende 2018 vergeben, weil dann möglicherweise durch den neuen Nahverkehrsplan des Kreises Offenbach andere Strukturen und Zuständigkeiten für den ÖPNV gelten werden.

Rainer Mülhause, Geschäftsführer der Georg Becker GmbH & Co. KG, ist sehr glücklich über den Zuschlag. „Wir sind motiviert bis zu den Zehenspitzen, in Langen und Egelsbach einen guten Job zu machen und an die in vielen Jahren gewachsene hervorragende Zusammenarbeit mit den Stadtwerken anzuknüpfen.“ Es sei das schönste Jubiläumsgeschenk, zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember in heimischen Gefilden an den Neustart gehen zu können.

Bus-Becker verfügt nicht nur über 70 Jahre Erfahrung, sondern auch über eine moderne Flotte von 40 Niederflurbussen, die gegenwärtig hauptsächlich in Dreieich und auf diversen Linien im Dreieck Mörfelden, Groß-Gerau und Rüsselsheim verkehren. Sie sind klimatisiert, vergleichsweise leise und mit ihren niedrigen Abgaswerten auf dem neuesten Stand. Im Fahrdienst beschäftigt das Unternehmen 65 Mitarbeiter.

Die Stadtbusse legen im Jahr rund 370.000 Kilometer zurück, fahren rein rechnerisch also gut neunmal um den Äquator. Und sie befördern auf vier Linien (eine davon nur für den Schülerverkehr) mehr als 1,3 Millionen Fahrgäste, darunter sind etwa ein Drittel Schülerinnen und Schüler. Zum Vergleich: Im Jahr 1963 etwa saßen 360.000 Personen in den Bussen.

Nach den Worten von Direktor Pusdrowski betreiben die Stadtwerke ganz im Sinne des Klimaschutzes ein leistungsfähiges Stadtbusnetz, das von allen Generationen rege genutzt, von Pendlern geschätzt und für Schulkinder und deren Sicherheit unverzichtbar sei. „Dafür nehmen wir auch ein finanzielles Defizit in Kauf, das im vergangenen Jahr bei rund 500.000 Euro gelegen hat.“

1990 löste das Anruf-Sammel-Taxi (AST) den Busverkehr am Wochenende und an Werktagen in den Abendstunden wegen deutlich geringerer Nachfrage in diesen Zeiträumen ab. Später übernahm das AST auch noch Strecken am Tage, so vom Langener Birkenwäldchen zum Bahnhof und im Egelsbacher Westen. Im Gegensatz zum Stadtbus gibt es beim AST zum Fahrplanwechsel keine Veränderung. Die Ausschreibung ergab, dass es beim bewährten Dienstleister bleibt, dem Langener Taxi- und Mietwagenbetrieb Dieter Vogt.

Das AST bringt Fahrgäste in Langen und in Egelsbach direkt zu ihrem dortigen Ziel, sogar bis vor die Haustür. Der Fahrtwunsch muss bis spätestens 30 Minuten vorher unter der Nummer 52000 angemeldet werden. Das AST fährt an den entsprechend gekennzeichneten Bushaltestellen ab, an denen auch die Zeiten stehen. Fahrten von Langen nach Egelsbach und umgekehrt sind nicht möglich. Es gelten die Tarife und Fahrscheine der Stadtbusse und des Rhein-Main-Verkehrsverbundes. Hinzu kommt ab 20 Uhr pro Person und Fahrt ein Zuschlag von 1,50 Euro.

Stadtwerke Langen GmbH, Weserstraße 14, 63225 Langen, Tel: 06103 - 595 0, Fax: 06103 - 595 220, E-Mail: info@stadtwerke-langen.de