Gute Wohnungen für günstige Mieten

Stadtwerke-Tochter seit 25 Jahren erfolgreich auf dem Markt

Ihr Markenzeichen sind gute Wohnungen für vergleichsweise günstige Mieten: Vor 25 Jahren ging die Wohnungsbaugesellschaft der Stadtwerke Langen an den Start. Ihre Erfolgsbilanz beinhaltet rund 140 Mietwohnungen, die alle belegt sind, und 21 Eigentumswohnungen, die rasch Abnehmer fanden. Aktuell ist zwar kein neues Projekt geplant, doch Manfred Klein, der seit Beginn an neben dem jeweiligen Stadtwerke-Direktor als Geschäftsführer fungiert, schließt nicht aus, dass die Gesellschaft in absehbarer Zeit mit Unterstützung der öffentlichen Hand wieder investiert. Für denkbar hält er beispielsweise einen Spatenstich im Neubaugebiet Liebigstraße oder auf einer anderen geeigneten Fläche.  

Klein ist ein erfahrener Gestalter, Macher und auch mit 75 Jahren voller Energie und Tatkraft. Er hat über Jahrzehnte im Rathaus gearbeitet, leitete die Kämmerei, kümmerte sich um die Unternehmensansiedlung und war für die Wohnungsbauförderung zuständig. Die gesellschaftliche Aufgabe, Einkommensschwächeren bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen, hat er nie aus den Augen verloren und gerade auch deshalb war und ist er der richtige Mann an der Spitze der Stadtwerke Langen Immobilien GmbH (SWL-I), wie das kommunale Unternehmen heute heißt.

Und Klein kann gut rechnen. Jahrelang war es seine Aufgabe, für den Langener Haushalt die Einnahmen und Ausgaben zusammenzustellen. Auch bei der SWL-I hat er die Zahlen immer im Blick, sie sprechen für sich. Im vorigen Jahr machte die Gesellschaft einen Gewinn, der sich auf 172.000 Euro belief. Das Plus ist kein Einzelfall. „Die Entscheidung, sich vor 25 Jahren im Bau von bezahlbarem Wohnraum zu engagieren, war nicht nur unter sozialen, sondern auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten richtig“, sagen Bürgermeister Frieder Gebhardt und Stadtwerke-Direktor Manfred Pusdrowski.

Damals suchten die Stadt und ihre Stadtwerke eine Möglichkeit, für Menschen mit knappem Geldbeutel Wohnraum im hochpreisigen Rhein-Main-Gebiet zu schaffen und entschieden sich für eine eigene GmbH. Land, Bund und die Stadt selbst gewährten zinsgünstige Darlehen, um die Mieten auf relativ niedrigem Niveau zu halten. Gebaut wurde immer nach dem neuesten Stand der Energiespartechnik. Dadurch sind die Nebenkosten – auch heute noch – relativ gering.

Die Stadtwerke hatten bereits vorher Erfahrungen im Wohnungsbau gesammelt. Manche erinnern sich vielleicht noch an die sogenannte Stern’sche Liegenschaft an der Unteren Bahnstraße, die als sozialer Brennpunkt negative Schlagzeilen hervorbrachte. Den Stadtwerken gelang es, aus ihr eine attraktive Anlage mit 23 Mietwohnungen zu machen, die heute von der SWL-I bewirtschaftet wird.

Deren erstes eigenes Vorhaben war der Bau von 43 Wohnungen an der Westendstraße auf einem Grundstück der evangelischen Kirche. Davon belegte die Stadt 22 als Sozialwohnungen, der Rest wurde unter dem gängigen Preis an Interessenten verkauft, die auf dem freien Markt nicht zum Zuge gekommen wären. Positiver Nebeneffekt: Mit den Einnahmen aus dem Grundstücksgeschäft finanzierte die Kirche ein neues Gemeindezentrum im Langener Nordend.

Um ein Schmuckstück reicher gemacht hat die SWL-I in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre die Langener Altstadt. An der Fahrgasse hat sie das große Gebäude mit der Nummer 10 vom Keller bis zum Dach gründlich renoviert. Entstanden sind zehn Mietwohnungen der mittleren Preiskategorie. Leerstehend und mit eingeschlagenen Fensterscheiben bot die Immobilie zuvor alles andere als einen schönen Anblick.

Bisher größtes Projekt waren sechzig Wohnungen an der Annastraße. In einem enormen Kraftakt investierte die Gesellschaft in den Kauf und die Sanierung eines früheren Wohnblocks des Hessischen Übergangswohnheims 6,5 Millionen Euro. Mit einer farbenfrohen Fassade und verglasten Fahrstühlen an den Außenmauern trug die Umgestaltung auch optisch zur Aufwertung des Quartiers bei. Zuletzt hat die SWL-I im Jahr 2008 einen weiteren, allerdings kleineren Block des ehemaligen Wohnheims an der Elisabethenstraße 61 umgebaut. Das Ergebnis waren 25 Ein-, Zwei- und Dreizimmer-Mietwohnungen.

Dank einem Werterhaltungsmanagement in Zusammenarbeit mit den Kommunalen Betrieben sind alle Gebäude der SWL-I in einem hervorragenden Zustand. Nötige Reparaturen werden nicht auf die lange Bank geschoben, sondern zeitnah erledigt. „Das trägt zum Substanzerhalt bei und ist auf Dauer die kostengünstigste Variante, weil kein Renovierungsstau entsteht“, sagt Manfred Klein.

Seit Gründung der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft ist Langen weiter gewachsen, die Bevölkerung auf aktuell rund 38.500 Einwohner gestiegen. Die vorteilhafte Lage im Zentrum des Rhein-Main-Gebiets und die gute Infrastruktur sind anziehend. Entsprechend groß ist die Wohnungsnachfrage. Und es wird rege gebaut wie zurzeit an der Elisabeth-Selbert-Allee im Langener Norden oder im Belzborn. Klein denkt aber auch an jene, die aufgrund ihres Einkommens die gängigen Mieten nicht zahlen können und für die keine Eigentumswohnungen infrage kommen. „Wir werden deshalb nach Auslaufen der Preisbindung für geförderte Wohnungen (nach 25 Jahren) bei unserem sozialverträglichen Niveau bleiben“, betonte er. Fakt sei, dass sich Langen nicht zu verstecken brauche. Gemeinnützige Gesellschaften und Private hätten in den vergangenen Jahrzehnten vor Ort rund 4.000 Sozialwohnungen gebaut. „Wir stehen damit im Kreis Offenbach an der Spitze.“

Wie es mit den Aktivitäten der SWL-I weitergeht, liegt in Händen des Verwaltungsrats, der sich aus Vertretern der Stadt Langen, der Stadtwerke und der Gemeinde Egelsbach, die ebenfalls an den Stadtwerken beteiligt ist, zusammensetzt. Wolfgang Becker, lange Zeit in den politischen Gremien in Egelsbach aktiv, wurde jetzt aus dem Verwaltungsrat verabschiedet, da er nach Erzhausen umgezogen ist. Seine Nachfolgerin ist Irmgard Bettermann, die Erste Beigeordnete der Gemeinde Egelsbach. Dankesworte für ihre gute Arbeit gab es für Edith Haller, die bei der SWL-I für die Immobilien- und Grundbuchangelegenheiten zuständig ist, aber demnächst in den Ruhestand geht und aus diesem Grund nicht mehr an der nächsten Verwaltungsratssitzung teilnimmt.

Sie alle haben Anteil am Erfolg der Stadtwerke Langen Immobilien GmbH: die Mitglieder des Verwaltungsrats mit den beiden Geschäftsfüh-rern Manfred Klein (Dritter von links) und Manfred Pusdrowski (rechts) sowie dem Langener Bürgermeister Frieder Gebhardt (links) und seinem Egelsbacher Kollegen Jürgen Sieling (Zweiter von rechts). Das Gremium verlässt jetzt Wolfgang Becker (Zweiter von links). Auf ihn folgt Irmgard Bettermann (Vierte von rechts). Edith Haller (Fünfte von links), für die Immobilien- und Grundbuchangelegenheiten zuständig, geht demnächst in den Ruhestand. Ihre Aufgaben übernimmt Sina Wobst (daneben). Au-ßerdem auf dem Bild: Peter Daube, Juan Lopez, Margrit Jansen, Berthold Matyschok, Jens Duffner und Langens Erster Stadtrat Stefan Löbig.
Foto: Sorger/Stadtwerke

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