Mehr Platz für gute Nachbarschaft

Abrissarbeiten an ehemaliger Straßenmeisterei haben begonnen

Tonnenschwere Radlader fressen sich in den nächsten Tagen durch die Mau-erwerke der ehemaligen Stra-ßenmeisterei an der Darmstädter Straße. Der sich legende Staub der Abrissarbei-ten wird dann den Blick auf die fast 36.000 Quadratmeter große Fläche freigeben, die künftig Standort der Feuerwehr-Erweiterung und des neuen Betriebshofes der Kommunalen Betriebe Langen (KBL) werden soll. Hintergrund für die großangelegten Bauarbeiten sind der fehlende Platz für die Flori-ansjünger in ihrer bisherigen Bleibe und die sanierungsbedürftigen Anlagen des Wertstoffhof-Areals im künftigen Wohngebiet Liebigstraße, für die dringend Ersatz geschaffen werden muss. Die Kombination beider Projekte sorgt für eine Kostenersparnis. Viele Räumlichkei-ten, Flächen und technische Einrichtungen werden gemeinsam genutzt und auch beim Per-sonal ergeben sich Synergieeffekte.

Das Gelände an der Darmstädter Straße hat die Stadt 2009 günstig vom Land Hessen erworben. Damals schon mit der Absicht, hier einen neuen Bau- und Wertstoffhof zu errich-ten. „Das Grundstück ist für Feuerwehr und Kommunale Betriebe optimal. Auch im Hinblick auf die angestrebte Zusammenarbeit mit der Gemeinde Egelsbach bietet es gute Voraussetzungen, weil es von beiden Kommunen sehr gut erreichbar ist“, erklärt Bürgermeister Frie-der Gebhardt die Standortwahl. Nachdem die Pläne für das Gemeinschaftsprojekt vorlagen, haben die städtischen Gremien vor zwei Jahren grünes Licht für die Umsetzung gegeben. Den daraufhin erstellten Bauantrag genehmigte der Kreis Offenbach im Februar 2016.

Etwa vier Wochen nehmen die Abrissarbeiten in Anspruch, schätzt KBL-Betriebsleiter Manfred Pusdrowski. Im Vorfeld stellten Stadt und KBL gemeinsam mit Experten sicher, dass in dem leerstehenden Gebäude keine Wildtiere nisten und siedelten die in der Freianlage hei-mischen Zauneidechsen um. „Nach Abtransport der alten Bausubstanz beginnen die Tiefbauarbeiten“, sagt Pusdrowski über den weiteren Zeitplan. Mit der Errichtung des Rohbaus für das neue Verwaltungsgebäude rechnet er schon im Herbst.

Das entstehende Haus wird als zweigeschossiger Massivbau mit einer Gesamtfläche von etwa 1.900 Quadratmeter auf den beiden Etagen angelegt. Feuerwehr-, Bauhof- und Wert-stoffhofmitarbeiter können die Räumlichkeiten gemeinsam nutzen, die optional später über einen Anbau mit dem jetzigen Feuerwehrhaus verbunden werden können. Ein Aufzug für den barrierefreien Zugang, Aluminiumfenster mit Dreifach-Verglasung und eine gedämmte und verklinkerte Aussenfassade machen die neue Verwaltungszentrale zum modernen Bauwerk mit ansprechender Optik.

Nur einen Steinwurf entfernt entstehen die Werkstätten und das Fahrzeug- und Garagenge-bäude. Die zwei Stahlbetonbauten haben eine Gesamtfläche von 3.300 Quadratmeter, wer-den ebenfalls wärmegedämmt und verklinkert und erhalten begrünte Dächer. Auf dem um-liegenden Außengelände werden sowohl der Wertstoffhof wie auch Lagerflächen und Park-plätze untergebracht. Wer den Betriebshof erreichen will, nutzt die Zugänge des Geländes aus Richtung Westen. Im Süden wird das Areal durch das neue Blockheizkraftwerk der Stadtwerke begrenzt. Es ist für die effiziente Fernwärmeversorgung des Betriebshofs sowie des Baugebietes Belzborn-Ost und der Wohnblocks der Nassauischen Heimstätte an der Südlichen Ringstraße zuständig.

„Das Projekt wurde sorgsam geplant, wird nun kompetent umgesetzt und ist ein gutes Beispiel in puncto effizienter und zukunftsfähiger Stadtplanung“, sind sich Gebhardt und Pus-drowski einig. Auch im Hinblick auf die wachsende Einwohnerzahl Langens zeigen sich beide gelassen. „Die Planungen für die Feuerwehrerweiterung berücksichtigen die prognostizierten Entwicklungen der Einwohner durch die neuen Wohngebiete und decken den Bedarf für die nächsten 20 bis 25 Jahre“, betont Pusdrowski. Das neue Verwaltungsgebäude sei sogar so konzipiert, dass später ein weiteres Geschoss aufgestockt werden könne. Der neue Wert-stoffhof ist zwar kleiner als das bisherige Gelände, gehört aber mit etwa 5.000 Quadratme-tern zu den größten im Kreisgebiet. „In Rodgau wurde jüngst ein Wertstoffhof mit 1.400 Quadratmeter für rund 45.000 Einwohner in Betrieb genommen“, weiß der KBL-Betriebsleiter.

Im Sommer 2018 sollen seine Mitarbeiter das neue Domizil in Nachbarschaft zur Feuerwehr beziehen. Bis dahin schlägt das Vorhaben mit voraussichtlich 14,6 Millionen Euro zu Buche. Veränderte rechtliche Rahmenbedingungen in Sachen Energiesparen, kleinere Umplanun-gen, Auflagen beim Brandschutz und buchungstechnische Neuzuordnungen führten zu einer Neukalkulation der ursprünglichen eingeplanten Summe von 14 Millionen. Die aktuelle Kostenberechnung beinhaltet dafür auch die komplette Ausstattung für Feuerwehr und KBL.

Gebäude
Die Tage der alten Straßenmeisterei an der Darmstädter Straße sind gezählt. In den nächsten Tagen weichen die Mauern dem künftigen Neubau von Feuerwehr und KBL.
Foto: Dexheimer/Stadt Langen

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