Stadtwerke Langen bleiben auf Erfolgskurs

Stabile Geschäfte, Wärmeprojekte und ein Grundstücksverkauf 

Eine solide Gesamtbilanz, der Einsatz für den Klimaschutz und der Verkauf eines Schlüsselgrundstücks. Die Stadtwerke Langen haben mit dem Jahr 2015 ihrer Firmengeschichte ein erfolgreiches Kapitel hinzugefügt. Bei der Vorstellung des Jahresberichtes bezifferte Stadtwerke-Direktor Manfred Pusdrowski den Gewinn auf 6,4 Millionen Euro. Das seien 2,4 Millionen Euro mehr als 2014. Zu diesem sehr guten Ergebnis beigetragen hätten stabile Geschäfte, neue Wärmeprojekte, Beschaffungsverträge mit günstigen Konditionen und ein konsequentes Kostenmanagement. Zum Sprung nach oben sei es aber auch durch Einmaleffekte wie der Auflösung von Rückstellungen gekommen. 

Auf jeden Fall sei der Abschluss ein hervorragendes Zeugnis für die Stadtwerke, die als gesundes und solides Unternehmen in Langen und Egelsbach die sichere Versorgung mit Elektrizität, Erdgas, Wärme und glasklarem Trinkwasser garantierten und obendrein einen komfortablen öffentlichen Personennahverkehr sicherstellten. Wachsende Schwerpunkte sind nach Pusdrowskis Worten die Bereiche Energieeffizienz und regenerative Energien.

Die Rahmenbedingungen für Stadtwerke sind indes nicht besser geworden, denn auf dem Energiemarkt gibt es viele Fallstricke. Dennoch hat das Unternehmen auch im vergangenen Jahr wieder Stärke gezeigt und in turbulenten Zeiten Klippen umschifft. „Unsere Stadtwerke haben“, wie der Langener Bürgermeister Frieder Gebhardt als Aufsichtsratsvorsitzender der GmbH betonte, „sehr gut gewirtschaftet und einen erfreulichen Gewinn erzielt.“ Deshalb können sich die Anteilseigener, allen voran die Stadt Langen, wieder über eine Ausschüttung in Millionenhöhe freuen. Langen hält 75,2 Prozent der Anteile, die Gemeinde Egelsbach 4,8 Prozent. Die Entega AG in Darmstadt und die Energieversorgung Offenbach AG sind mit jeweils zehn Prozent beteiligt.

Nach Pusdrowskis Worten übernehmen die Stadtwerke mit ihren rund hundert Beschäftigten im engen Verbund mit den Kommunalen Betrieben Langen und anderen Unternehmen im „Konzern Stadt“ Verantwortung für ein breites Spektrum der kommunalen Daseinsvorsorge – „zum Wohle der Bevölkerung und als Standortfaktor für Handel und Gewerbe in Langen und Egelsbach“. Die instabilen energiepolitischen Rahmenbedingungen der Energiewende genauso wie die alle Gebiete umfassenden Umwälzungen der Digitalisierung machten es erforderlich, schnell und flexibel zu reagieren und Geschäftsprozesse ständig zu hinterfragen und zu verbessern. Vor diesem Hintergrund würden sich die Stadtwerke permanent weiterentwickeln. Als Beispiele für 2015 nannte Pusdrowski die neue Leitwarte zur besseren Überwachung und Steuerung der Energienetze, die erste Elektrotankstelle in Egelsbach (am Bahnhof), den Wechsel auf einen neuen Stadtbusbetreiber und die Reform bei den Tarifen.

Obwohl sich das Versorgungsunternehmen durch attraktive Preise und Serviceangebote auszeichnet und deshalb seinen Marktanteil bei Strom und Erdgas mit rund 85 Prozent in Langen und Egelsbach halten konnte, sind die Umsatzerlöse um acht Prozent auf knapp 50 Millionen Euro zurückgegangen. Hauptsächlich, weil Lieferverträge mit Strom-Großkunden ausliefen. In die Karten gespielt haben den Stadtwerken hingegen die vergleichsweise kühlen Temperaturen in den Wintermonaten des Jahres 2015. Dadurch erhöhte sich die verkaufte Erdgasmenge um annährend zehn Prozent. Der Wettereffekt hat sich zudem positiv auf das Wärmegeschäft ausgewirkt. Darüber hinaus kamen auf diesem Feld neue Kunden hinzu. Der Absatz stieg hier um knapp 14, der Erlös um gut elf Prozent. „Diese Sparte ist stark im Aufwind“, sagte Pusdrowski. Aus gutem Grund: „Die Fernwärme aus unseren Energiezentralen ist unter ökologischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten ein überzeugendes Produkt, für das sich immer mehr Kunden entscheiden.“

Aktuell betreiben die Stadtwerke in Langen und Egelsbach für die Wärmeversorgung neun Blockheizkraftwerke. Erst vor wenigen Wochen ging die Heizzentrale bei der Feuerwehr Langen für das Neubaugebiet Belzborn und die Wohngebäude der Nassauischen Heimstätte an der Südlichen Ringstraße an den Start.

Überhaupt leisten die Stadtwerke Langen einen erheblichen Beitrag für den Ausbau einer klimaschonenden Energieversorgung. Sie sind nach Pusdrowskis Worten „ein Motor für das Gelingen der Energiewende vor Ort“. Die Stromerzeugung aus regenerativen Quellen ist in Langen und Egelsbach im vorigen Jahr durch den Zubau von privaten Photovoltaikanlagen weiter gestiegen. Inzwischen speisen 277 Sonnenfänger jährlich rund drei Millionen Kilowattstunden Strom ins Netz der Stadtwerke ein. Mit dieser Menge können rund 700 Vier-Personen-Haushalte versorgt werden. Auch die Stadtwerke selbst engagieren sich in der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Beispielsweise besitzen sie Module im Solarpark Dreieich-Buchschlag und sind an zwei Windparks beteiligt.

Seit dem Fahrplanwechsel im vergangenen Dezember sitzt wieder die Georg Becker GmbH & Co. hinter den Lenkrädern der Stadtbusse. Das traditionsreiche Langener Familienunternehmen, das nach dem Zweiten Weltkrieg den Personennahverkehr vor Ort einläutete, hatte zuvor die europaweite Ausschreibung für die Buslinien gewonnen. Die Stadtbusse legen im Jahr rund 370.000 Kilometer zurück und befördern etwa 1,4 Millionen Fahrgäste.

Um die Sicherheit und Qualität der Strom-, Gas-, Wasser- und Wärmeversorgung zu garantieren und die Netze auszubauen, haben die Stadtwerke wieder tüchtig investiert. Ein Schwerpunkt war die Erschließung des Baugebiets Belzborn.

Im Vermietungsgeschäft war die Stadtwerke Langen Immobilien GmbH, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft, wieder sehr erfolgreich. Ihre fünf Gebäude waren komplett belegt, der Gewinn belief sich auf 172.000 Euro.

Langen entwickelt sich positiv und wächst. Daran haben die Stadtwerke einen nicht unbedeutenden Anteil. Mit dem Verkauf ihres früheren Betriebsgeländes an der Liebigstraße an die Hanseatische Betreuung- und Beteiligungsgesellschaft mbH haben sie im August vorigen Jahres den Weg für ein Einzelhandels-, Wohn- und Dienstleistungszentrum schräg gegenüber dem Bahnhof frei gemacht. Der Investor wird auf der rund 18.000 Quadratmeter großen Fläche Läden und ein Hotel errichten. Außerdem entstehen an der Weserstraße drei große Wohngebäude. An der Liebigstraße verfügen die Stadtwerke über weitere Grundstücke, die sie zugunsten des geplanten Wohngebietes östlich der Bahnlinie veräußern werden. „Wir befinden uns mitten in einem spannenden Entwicklungsprozess, den wir mit einem fortschrittlichen Energiekonzept für die neuen Häuser begleiten“, hob Pusdrowski hervor.

Er ist überzeugt, dass die Stadtwerke Langen auch in den kommenden Jahren wirtschaftlich erfolgreich bleiben: „Ertragskraft, technische Leistungsfähigkeit und die Sicherheit der Arbeitsplätze erscheinen trotz der andauernden Unsicherheiten, die mit den Veränderungen auf dem Energiemarkt verbunden sind, zurzeit nicht gefährdet.“

Stadtwerke Langen GmbH, Weserstraße 14, 63225 Langen, Tel: 06103 - 595 0, Fax: 06103 - 595 220, E-Mail: info@stadtwerke-langen.de