Synergieeffekte nutzen und Kosten sparen

Alle Aspekte sprechen für Gemeinschaftsprojekt Feuerwehr und KBL

Die Langener Feuerwehr braucht dringend mehr Platz, der KBL-Betriebshof (mit dem Wertstoffhof) einen neuen Standort, weil er der aufs Gleis gesetzten Wohnbebauung an der Liebigstraße im Wege ist. Schon vor zwei Jahren hatte die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, beide Vorhaben zu kombinieren und in einem Rutsch zu verwirklichen. Demnach zieht der Betriebshof an die Darmstädter Straße und wird auf dem Gelände der ehemaligen Straßenmeisterei Nachbar der Feuerwehr. Beide Einrichtungen teilen sich Aufenthalts-, Pausen- und Schulungsräume, ebenso wie Empfang, Küche, Werkstätten, Lagerflächen und Parkplätze und ergänzen sich bei der Datentechnik und beim Personal. Sie können dadurch eine Menge Kosten sparen. Auch wenn über das Gesamtprojekt längst entschieden ist, wird es von Teilen der jetzt neu gewählten Stadtverordnetenversammlung kritisch hinterfragt.

Bürgermeister Frieder Gebhardt und KBL-Betriebsleiter Manfred Pusdrowski haben Verständnis dafür. Schließlich gehe es um viel Geld und das in Zeiten äußerst knapper Kassen. Andererseits liege ein ausgereiftes Konzept auf dem Tisch, das allen anderen denkbaren Alternativen weit überlegen sei und für dessen Umsetzung obendrein schon Vorleistungen erbracht wurden. So würde ein anderer Standort für den KBL-Wertstoffhof, wie ihn die FWG-NEV nördlich des Leerweges und damit in Nachbarschaft der bisherigen Flächen vorschlägt, eine Neuplanung und neue Bauanträge erforderlich machen. Laut Pusdrowski würde das zusätzliche Ausgaben von etwa einer halben Million Euro verursachen und eine Bauverzögerung – auch für die Feuerwehr – von mindestens einem halben Jahr. Hinzu kämen erhebliche Mehrkosten, wenn Feuerwehr und KBL mit ihren Projekten getrennt voneinander operierten. Synergieeffekte mit gemeinsamen Räumlichkeiten und anderen Vorteilen mehr fielen dann weg oder wären nur eingeschränkt möglich (wenn lediglich der Bauhof zur Feuerwehr zieht), was dauerhaft deutlich teurer komme.

Mögliche Verkehrsprobleme lassen sich nach Worten von Bürgermeister Gebhardt und KBLBetriebsleiter Pusdrowski an der Darmstädter Straße lösen. So durch eine neue Linksabbiegespur und eine verbesserte Ampelschaltung an der Kreuzung mit der Südlichen Ringstraße. Außerdem sei auf dem Wertstoffhof eine Rückstaufläche für an- und abfahrende Autos vorgesehen, die dann nicht den Verkehr auf der Straße behinderten. Ganz anders wäre die Situation am Rande des künftigen und dann verkehrsberuhigten Wohngebiets Liebigstraße, wo das zusätzliche Fahrzeugaufkommen nicht zufriedenstellend bewältigt werden könne und ein Chaos drohe.

Zerstreut hat Pusdrowski Befürchtungen, dass der geplante Wertstoffhof möglicherweise zu klein sein könnte. „Langen verfügt heute mit rund 5.000 Quadratmetern über die größte Anlage dieser Art im Kreis Offenbach und wird auch künftig mit 3.400 Quadratmetern vorne liegen“, betonte der KBL-Chef. Zum Vergleich nannte er Dietzenbach, Dreieich, Neu- Isenburg und Seligenstadt, die mit jeweils 1.000 bis 2.000 Quadratmetern Fläche auskämen.

Als „ideal“ bezeichnete Pusdrowski den neuen Standort für die angestrebte interkommunale Zusammenarbeit mit der Gemeinde Egelsbach. Die Einrichtung ganz in der Nähe zur Gemarkungsgrenze sei so konzipiert, dass auch die Egelsbacher Einwohner dort anliefern könnten. Die Gemeinde würde sich dafür an den Betriebskosten beteiligen. Unterm Strich würden beide Kommunen bei dieser Lösung eine Stange Geld sparen.

Sowohl die Verantwortlichen im Rathaus als auch bei KBL ziehen das Fazit, dass alle Argumente dafür sprechen, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Ansonsten müssten schon erbrachte Vorleistungen abgeschrieben und zusätzlich Ausgaben in Millionenhöhe getätigt werden, nur um ein lösbares Verkehrsproblem von der Darmstädter Straße in ein unlösbares am Leerweg zu verlagern. Auch vor dem Hintergrund, dass die Weichen für das Wohngebiet Liebigstraße gestellt sind und es dort mit der Bebauung des alten Stadtwerke- Grundstücks in absehbarer Zeit losgehen soll, warnen Gebhardt und Pusdrowski eindringlich davor, Sand ins Getriebe zu streuen: „Der Zug hat Fahrt aufgenommen und es wäre verheerend, wenn jetzt ein Stopp-Signal käme.“

Fakt ist, dass seit Februar die Baugenehmigung für das Großprojekt Feuerwehrerweiterung und KBL-Betriebshof an der Darmstädter Straße auf dem Tisch liegt. In Kürze sollen Gebäude der alten Straßenmeisterei abgerissen werden, um Platz für die neuen Vorhaben zu schaffen. Die voraussichtlichen Kosten belaufen sich auf aktuell 14,4 Millionen Euro. Mitte des Jahres 2018 soll alles unter Dach und Fach sein.

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