Langener Stadtwerke stabil und erfolgreich

Unternehmen spielt aktive Rolle in der Stadtentwicklung  

Die Stadtwerke Langen GmbH blickt abermals auf einen guten Jahresabschluss zurück. Die Bilanz 2016 sei geprägt vom wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens, sagte Direktor Manfred Pusdrowski. „Wir befinden uns in stabilen organisatorischen und rechtlichen Verhältnissen und richten unseren Fokus ganz klar auf die Stadt Langen und die Gemeinde Egelsbach.“ Den Gewinn bezifferte Pusdrowski auf 4,6 Millionen Euro. Das sei ein ausgezeichnetes Ergebnis, auch wenn der Überschuss des Vorjahres (6,4 Millionen Euro) erwartungsgemäß nicht habe erreicht werden können. Auf jeden Fall seien die Planvorgaben deutlich überschritten worden. Hierzu hätten gestiegene Absatzmengen und kostenentlastende Effekte ebenso beigetragen wie ertragssteigernde Rückstellungsauflösungen.

Über die guten Zahlen freuen sich nach den Worten von Bürgermeister Frieder Gebhardt, der Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke ist, natürlich auch die Anteilseigner, denen eine Ausschüttung in Millionenhöhe winkt. Allen voran der Stadt Langen, die 75,2 Prozent der Anteile hält. Die Gemeinde Egelsbach ist mit 4,8 Prozent beteiligt, die Entega AG in Darmstadt und die Energieversorgung Offenbach AG sind mit jeweils zehn Prozent dabei.

Wesentliche Geschäftsgrundlage der Stadtwerke mit ihren rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist nach wie vor die Energieversorgung - vor allem mit Elektrizität, Erdgas und Wärme. Darüber hinaus gewinnt und liefert das Unternehmen Trinkwasser, managt den öffentlichen Personennahverkehr in Langen und Egelsbach und ist eng mit den Kommunalen Betrieben Langen (KBL) verzahnt. Seit einigen Jahren agiert die Gesellschaft zudem verstärkt als Energieerzeuger und als Dienstleister auf dem Gebiet der Energieeffizienz und der regenerativen Energien.

Pusdrowski ließ bei der Vorstellung des Jahresberichts keinen Zweifel daran, dass die Stadtwerke all ihre Aufgaben auf einem hohen Niveau erfüllen. „Wir garantieren den Bürgerinnen und Bürgern genauso wie der örtlichen Wirtschaft eine qualitativ und technisch einwandfreie Energie- und Wasserversorgung“, hob er hervor.

Mit einem Marktanteil bei Strom und Gas von 82 Prozent (2015: 85 Prozent) sind die Stadtwerke nach wir vor gut im Geschäft. Ihre Umsatzerlöse konnten sie im Vorjahr um 2,4 Millionen Euro beziehungsweise 4,8 Prozent auf 52,3 Millionen Euro steigern. Das lag allerdings nicht nur an den guten Geschäftszahlen, sondern auch an einer rein buchungstechnischen Umstellung.

In die Versorgungsanlagen wurden 5,6 Millionen Euro investiert. Das Geld floss unter anderem in die Fertigstellung des umweltfreundlichen Blockheizkraftwerkes (BHKW) am neuen Standort der Kommunalen Betriebe an der Darmstädter Straße. Außerdem wurde das BHKW am Hallenbad saniert.

Weil Großkunden sich wieder verstärkt für die Stadtwerke entscheiden, stiegen die Elektrizitätsabgabe um 2,3 Prozent und die Erlöse bei durchweg konstanten Preisen um 7,4 Prozent. Beim Erdgasverkauf ging es durch das etwas kühlere Wetter ebenfalls um 2,1 Prozent nach oben. Der Umsatz legte um 2,7 Prozent zu. Der Wettereffekt und neue Kunden haben sich zudem positiv aufs Wärmegeschäft ausgewirkt. Die Wärmelieferung erhöhte sich um 11,3 Prozent, die Erlöse aufgrund von Preissenkungen aber nur um 1,4 Prozent. Die Trinkwasserabgabe fiel geringer aus (minus zwei Prozent) und folgte damit der Tendenz des seit Jahren zurückgehenden Pro-Kopf-Verbrauchs. Der Erlös der Sparte sank entsprechend um 1,2 Prozent. Erfreulich ist laut Pusdrowski die Entwicklung bei den Stadtbussen und dem Anruf-Sammel-Taxi. Sie beförderten im vergangenen Jahr rund 1,4 Millionen Fahrgäste. Das ist ein Plus von 5,6 Prozent, das die Umsatzerlöse um 5,4 Prozent ansteigen ließ.

Im Vermietungsgeschäft war die Stadtwerke Langen Immobilien GmbH abermals bestens aufgestellt. Durch die Komplettbelegung in den fünf Gebäuden der Tochtergesellschaft und dank des konsequenten Werterhaltungsmanagements führte sie einen Gewinn von 186.000 Euro an die Stadtwerke-Mutter ab.

Als einen Schwerpunkt der Geschäftsentwicklung im Jahr 2016 bezeichnete Pusdrowski wie schon in der Vergangenheit die Wärmesparte. „Sie befindet sich mit zusätzlichen Blockheizkraftwerken und einer Vielzahl neuer Kunden weiter auf einem dynamischen Wachstumskurs.“ Das neue BHKW an der Darmstädter Straße beispielsweise sei nicht nur das energetische Herzstück der Feuerwehrerweiterung und des künftigen Betriebshofs der KBL. Seit Mitte vorigen Jahres versorge es auch die Neubauten im Belzborn und die angrenzenden Liegenschaften der Nassauischen Heimstätte mit Wärme. Demnächst werde zudem das in Egelsbach entstehende Baugebiet „Leimenkaute“ an die Heizzentrale angeschlossen und damit der erste Fernwärmeverbund zwischen den beiden Kommunen besiegelt. Weitere strategische Kooperationen sollen den Wärmeabsatz langfristig sichern. So sind die Stadtwerke Energiepartner der Baugenossenschaft Langen und der Nassauischen Heimstätte für die künftige Versorgung von mehr als 400 Wohneinheiten.

Einen Zuwachs gab es ebenfalls bei der Photovoltaik. Der Bestand ist 2016 auf 280 private Anlagen in Langen und Egelsbach gestiegen (plus 17 Anlagen), die aus Sonne eine Strommenge produzieren, die den Bedarf von rund 700 Vier-Personen-Haushalten deckt. Auch selbst mischen die Stadtwerke im Sektor der erneuerbaren Energien mit. Neben ihrem Engagement im Solarpark Dreieich-Buchschlag sind sie an Windparks beteiligt.  

Beim Blick in die Zukunft geht Pusdrowski davon aus, dass die Stadtwerke Langen auch in den nächsten Jahren wirtschaftlich erfolgreich sein werden. Ertragskraft, technische Leistungsfähigkeit und die Sicherheit der Arbeitsplätze seien trotz der Unwägbarkeiten der Energiepolitik auf Bundesebene und der schwer zu prognostizierenden nationalen und internationalen Marktveränderungen nur wenig gefährdet.

Die nächsten Bilanzen des Unternehmens würden von aktuellen Grundstücksgeschäften geprägt. Mit dem Verkauf des früheren Betriebsgeländes und der Rodehau-Flächen an der Liebigstraße werde der Weg für den Bau von Wohnungen, Geschäften und einem Hotel in bester Lage direkt an der S- Bahn frei. Ein größeres Grundstück würden die Stadtwerke darüber hinaus im Technologiepark vermarkten und damit einen wichtigen Beitrag für den Aufschwung im Langener Wirtschaftszentrum leisten.

Pusdrowski betonte, dass sein Unternehmen in der Tat eine aktive Rolle in der Langener Stadtentwicklung übernehme: als Anbieter von Flächen, als Wärmeversorger, aber auch als Infrastrukturdienstleister, der im „Konzern Stadt“ die Aufstellung und Realisierung der Bebauungspläne konstruktiv begleite. Die konsequente kommunale Verankerung werde weiterhin das Fundament dafür sein, die etablierten Geschäftsbereiche Strom, Erdgas, Wärme, Trinkwasser und öffentlicher Personennahverkehr mit solider Technik und angemessenen Erträgen erfolgreich auszubauen. Überdies wollten die Stadtwerke bei den erneuerbaren Energien und der Elektromobilität genauso wie auf den Gebieten Smart-Meter oder Smart-Home neue Wege gehen.

Stadtwerke Langen GmbH, Weserstraße 14, 63225 Langen, Tel: 06103 - 595 0, Fax: 06103 - 595 220, E-Mail: info@stadtwerke-langen.de